ASW 15 von Hegi

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ASW 15 von Hegi
Hegi ASW 15, Katalogbild 1971
Modellart: Historisches
Segelflugzeug
Daten
Spannweite: 3000 mm
Länge: 1295 mm
Fluggewicht: 1800 g
Flächeninhalt: 51,2 dm²
Flächenprofil: ähnl. Eiffel 400
Fläche HLW: 8,8 dm²
Flächenbelastung: 36 g/dm²
Aufbau
Fläche: Rippe, später
Styro beplankt
Rumpf: GFK
Bausatzart: Bausatz
RC-Funktionen
HR, SR, QR optional
Hersteller/Vertrieb
Hersteller: Hegi
Vertrieb: nicht mehr
Im Handel: 1971-1982
Preis: (DM 215) 123 €
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Die ASW 15 von Hegi.

1971 erschien unter der Bestell-Nr. 201125 im Katalog "MK9" der Firma HEGI erstmals ein Modell der ASW 15.
Angepriesen wurde es als RC-Hochleistungs-Segelflugmodell und stellte nicht zuletzt aufgrund der stolzen Spannweite von 3 Metern (Maßstab 1:5) das Flaggschiff der HEGI-Seglerflotte dar. Ein relativ originalgetreues Modell, dessen zunächst noch spärlich-unbunte Dekoration sich am Prototypen orientierte.

Das manntragende Original hatte seinen Erstflug 1968 und wurde bei Alexander Schleicher in der damals noch relativ jungen GFK-Bauweise erstellt. Die ASW 15 und die spätere 15 B erwiesen sich aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften als Verkaufsschlager und bescherten Schleicher die erste Großserienproduktion in GFK-Bauweise (453 Stück bis 1976). 2 Exemplare dienten als Versuchsträger für frühe Klapptriebwerks-Konstruktionen. Der Prototyp ist nach wie vor mit der ursprünglichen Kennung D-4425 zugelassen und wird heute (2014) in Süd-Hessen betreut und geflogen.

HEGI brachte als erster Hersteller ein Modell dieses Flugzeugs heraus, später folgten Astro Flight (1973), Robbe, und schließlich fast unübersehbar viele andere, wobei dann meistens die neuere "B" Version als Vorbild diente.

Der "Superschnellbaukasten" bestand aus einem GFK-Rumpf mit angeformten Flächenanschlüssen, gezogener Kabinenhaube, einem PVC-Instrumentenpilz, Landerad, Nylon-Umlenkhebeln und anderen Kleinteilen und dazu natürlich viel Holz, 1:1 Bauplan, Explosionszeichnung und Baubeschreibung mit Stückliste, Abziehbilder, Bespannpapier, Klebstoff etc.. Auf dem Bauplan war - wie bei handgezeichneten Plänen damals üblich - nur eine Tragfläche und eine HLW-Hälfte ausgedruckt.

Die Tragflächen waren als Doppeltrapez klassisch in Rippenbauweise zu erstellen und bestanden aus einer geschlossenen D-Box mit verkastetem Kiefernholm und beplankten Hinterkanten ohne Endleiste. Auch die optional vorgesehenen Querruder waren in diesem Sinne hohl ausgeführt, ihre Anlenkung erfolgte über ein Zentralservo im Rumpf per Gabel-Anschluss und Stahldraht zwischen 2 Umlenkhebeln zum Ruderhorn. Es war eine Schränkung über je 3/4 einer Tragfläche auf 12 mm Höhe bis zum Randbogen hin vorgesehen. Das Tragflächenprofil war dem "Eiffel 400" ähnlich. Die Haupt-Flächensteckung bestand vorne im Schwerpunkt aus dünwanndigen, vorgewinkelten Stahlröhrchen mit 9mm Innendurchmesser für die Aufnahme von entsprechenden Dur-Aluminiumstangen, die sich bei härteren Landungen leider schnell verbogen - hinten wurden klassisch Messing und 4mm Federrundstahl verbaut. Die V-Form war mit 4-5° pro Fläche groß genug, um das Modell auch ohne Querruder fliegen zu können. Die Leitwerke waren ebenfalls in Rippenbauweise zu erstellen,- das vollsymetrisch profilierte Pendel-Höhenleitwerk war vollbeplankt, das Seitenleitwerk bespannt. Die Ansteuerung war über Buchenholz-Rundstangen vorgesehen. Das Landerad war in einem Sperrholzgehäuse verbaut und saß - verglichen mit dem Vorbild - eigentlich 5 Zentimeter zu weit vorne. Vorgesehen war laut Plan auch der Betrieb mit Motoraufsatz, Zechmann-Tank und 1,7 ccm Verbrenner. Das Leergewicht gab HEGI in den Katalogen zunächst mit ca. 1400 g an,- in der Baubeschreibung findet sich jedoch die Angabe von 1660 g. Das mag u.a. mit den unterschiedlichen Rümpfen des Herstellers zusammenhängen. Die früheren Polyesterrümpfe waren weiß eingefärbt, in ihnen war ein Wirrfaser-Vlies aus Glas verarbeitet worden. Später gab es dann auch ungefärbte Epoxydharz-Rümpfe mit Glasmatte in Leinwandbindung. HEGI bot den Rumpf immer auch als Ersatzteil an, ebenso die Kabinenhaube,- es gab sie in grünlich eingefärbt und später auch in farblos klar. Sogar einen kompletten Satz Rippen konnte man im Bedarfsfall nachkaufen.

(Heutzutage bietet die Fa. Topp-Rippin noch eine 3-Meter-Version der ASW 15 an. Wer sich an der geänderten Profilanformung für das Profil Eppler 203 (mod.) nicht stört, wird dort vielleicht auf der Suche nach einem Ersatzrumpf fündig. Laut Katalogfoto scheint auch an den dortigen Rümpfen die Aussparungen für das Landerad so weit vorne zu sitzen wie dereinst bei HEGI...)

Als HEGI-Modelle später zeitweilig über Revell vertrieben wurden, war der inzwischen überarbeitete Bausatz immer noch im Programm: im Katalog "Revell Funktionsmodellbau '78/79" wird die ASW 15 mit fertig furnierten Styroporflächen und Flachstahl-Steckung angeboten (Best.Nr. B-3150). Aus dem Jahre 1982 liegt ein letzter, reiner HEGI-Katalog vor, und auch dort ist sie noch in dieser Form zu finden.

(Die oben erwähnten furnierten Schaumflächen der ASW 15 fanden mit geänderter Steckung gleichfalls Verwendung als Außenflügel bzw. Tragflächen der in zwei Spannweiten-Varianten zu fliegenden SB 10 von Hegi.)

Der ursprüngliche Baukasten von 1971-'78 (s. Foto) ist aus heutiger Sicht ein Paradebeispiel für den hohen Stand der Dinge zur "goldenen Zeit" des Modellbaus. Es wurde allerhand Sorgfalt und Geduld beim Bau vorausgesetzt. Dafür erhielt man dann aber auch eine der seltenen "Super-Orchideen" jener Zeit. Heute ist die HEGI-ASW 15 auf Modellflugplätzen nur noch sehr selten zu sehen,- sie gilt als hochwertige Rarität unter Sammlern.




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