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Vakuumverfahren

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Das Fertigungsverfahren der Vakuumabsaugung wird überall dort angewandt, wo Bauteile eine bestimmte Form annehmen sollen, dies aber zum Beispiel aufgrund von Eigenspannungen nicht ohne eingeprägte Kräfte können. Dabei nutzt man den Atmosphärendruck der Umgebungsluft aus, woraus sich auch der (theoretisch) maximal wirksame Druck ableiten lässt. Generell wird dazu ein eingeschlossenes Volumen (teil-) evakuiert und der Luftdruck sorgt für ein Anlegen des Bauteils an die Matrize. Im Modellbaubereich findet das Vakuumverfahren sowohl bei Positiv- als auch Schalenbauweise Anwendung.

Das zu evakuierende Volumen wird meist mittels Folien realisiert, wobei die Techniken von Nutzung eines Folienschlauches, bei dem nur die Enden verschlossen werden müssen (hier können verschiedene Techniken vorgestellt werden, also Acrylraupen, einfaches Einrollen der Enden oder Abdichtung mittels U-Rohr) über Maler- und Frischhaltefolie, die mit Acrylraupen abgedichtet werden, eingesetzt werden. Beim Bau aus Negativformen wird üblicherweise eine Acrylraupe auf der Trennebene gezogen und damit die Folie luftdicht an die Form angelegt. Wichtig ist es hier kein Silikon zu nehmen, da man sonst Schwierigkeiten in Bezug auf die Haftung von Harz bekommen kann. Handelsübliches Acryl ist ausreichend.

Desweiteren muss ein Anschluss für das Absaugen der Luft eingebracht werden. Hierbei kann zum Beispiel der Schlauch des Kompressors direkt in die Folie eingebettet werden (wird von der Acrylraupe eingeschlossen) oder man arbeitet mit Absaugstutzen. Es ist darauf zu achten, dass vom gesamten Luftvolumen auch Luft nachströmen kann, daher legt man in die Folie normalerweise Küchenkrepp oder Toilettenpapier bzw. speziell dafür hergestelltes Absaugvlies.

Mit einem Kompressor wird die Luft aus dem "Vakuumsack" entzogen und mittels Manometer kann der eingestellte Unterdruck kontrolliert werden. Bei Negativbauweise wird meist mit voller Kompressorleistung (ohne Nebenluft) abgesaugt, dabei können Drücke bis -0,95bar (?) realisiert werden. Es ist darauf zu achten, dass man dabei nicht den Dampfdruck des verwendeten Harzes unterschreitet. Bei Positivbauweise hingegen ist der Druck sehr anhängig von den eingesetzten Kernschaumstoffen. Man kann bei Styrodur u.ä. problemlos -0,8bar absaugen, wohingegen normales Baustyropor meist nur bis -0,2bar formstabil bleibt (grobe Richtwerte!).

Die Kraft, die der Atomsphärendruck ausübt liegt bei 100kg/dm². Entsprechend kann man pro 0,1 bar Unterdruck mit 10kg/dm² rechnen.


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