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HLG

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HLG steht für Hand Launch Glider ist ein Sammelbegriff für kleine, handgestartete Segelflugmodelle.

Sie zeichnen sich durch die besonders gute Umsetzung des leistungsstarken Wurfs in Höhe aus, die beispielsweise ein Filou von Graupner oder eine Susi von Klinger keinesfalls erreichte. Dazu wurden neben schlanken Rümpfen und neu kreierten Profilen und Flächengrundrissen spezielle Wurfhilfen verwendet, wie z.B. ein Wurfloch im Rumpfboden für einen besonders "nachschiebenden" Finger, eine Verstärkung der Flügelendleiste zu gleichem Zweck oder Sandpapierbesatz des Rumpfs im Griffbereich.

Diese Modellart kam aus den USA und tauchte im allgemeinen Bewusstsein in Deutschland durch Hölleins Tercel 1989 auf. Die dazugehörigen Wettbewerbe und ihre Bedingungen kamen ebenfalls dort her: Spannweite 60" und (nur) zwei Servos. In Deutschland wurde eine minimale Rumpfspitze mit einem Radius von 5mm und die Spannweite auf 1.50m festgelegt. Die Fluganforderungen führten meist zu doppelter bis dreifacher V-Form, der Hattric von Holzmann hatte sogar vierfache. Das Ziel waren gute Kreisflugeigenschaften und vor allem prompte Steuerfolgsamkeit auch mit Seitenruder. Querrudersegler hingegen gab es nur wenige, hier war der Talon von Kevin McDonald und Bruce Lewis der wohl bekannteste, den K&K-Modellbau einige Jahre importierte.

Es waren (und sind heute noch) verschiedene Flugaufgaben innerhalb einer Rahmenzeit zu erledigen, die einerseits die Fähigkeit erfordern, die in Bodennähe sehr kleinräumige und kurzlebige Thermik zu nutzen, andererseits ein sehr präzises Einhalten einer Zeitvorgabe. Deshalb müssen die Modelle genau gesteuert werden können. Das Resultat ist ein auch für Nicht-Wettbewerbsflieger sehr angenehmes Flugverhalten bei einem sehr günstigen Anschaffungspreis und problemlosem Transport, sogar im Rucksack. Das erklärt den enormen Aufschwung dieser Klasse in nur wenigen Jahren.

Die Wettbewerbe wurden anfänglich in einem Dunstkreis um die Zeitschrift "Aufwind" organisiert, aus dem die Organisation Contest Modellsport entstanden ist. Im Jahre 2003 wurde die Klasse unter der Bezeichnung F3K vom DAeC aufgenommen, 2008 von der FAI international festgeschrieben.

Im Unterschied zwischen den modernen F3K Modellen, welche an der Flügelspitze geworfen werden, werden "klassische" HLGs am Rumpf mit der sogenannten Speerwurftechnik geworfen. Die alten HLGs waren die Vorläufer der modernen DLGs (Discus Launch Glider) bzw. SALs (Side Arm Launch) welche an der Flächenspitze geworfen werden.

Bekannte HLGs waren oder sind zum Beispiel: Tercel von Höllein, Libelle Competition von Höllein, Wurfmäusle von C. Schnarrenberger, die frühen KIS von Werner Stark.


Siehe auch: SAL