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F1A- Segelflugmodelle (nationale Klasse A2)

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F1A-Modell

Segelflugmodelle der internationalen Klasse F1A (früher A2 oder Nordic genannt) sind die sportlichste Klasse der Freiflugmodelle. Die Flugmodelle mit ca. 250 cm Spannweite, einem Mindestgewicht von 410 Gramm bei einem Gesamtflächeninhalt von 32–34 dm² werden mit einer 50 m langen Startleine auf Höhe gebracht. Nach dem Lösen der Startschnur vom Modell beginnen der Freiflug und die Zeitnahme mittels Stoppuhr.

Inhaltsverzeichnis

Wettbewerbsregeln

Freiflug-Modellsport wird auf nationaler und internationaler Ebene in Freiflug-Wettbewerben nach nationalen und internationalen Regeln durchgeführt. Die Wettbewerbe erstrecken sich von regonalen Veranstaltungen über Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften bis zu internationalen World-Cup-Wettbewerben und Europa- und Weltmeisterschaften. Der Wettbewerb wird in 5 (national) oder 7 (international) festgelegten Zeitabschnitten (Durchgänge) im Laufe eines Tages durchgeführt, in denen jeder Teilnehmer (Pilot) einen Wertungsflug mit seinem Modell durchführt.

Innerhalb eines Durchganges, der rund 60 min dauert, kann der Pilot den Startzeitpunkt selbst auswählen. Mit dem Modell an der Hochstarteine gilt es dann, Thermik - die aufsteigenden warmen Luftblasen - aufzuspüren. Die Mechanik des Hochstarthakens erlaubt es, das Modell so lange im Kreis zu schleppen, bis "gute" Luft gefunden wird. Dazu braucht der Sportler eine hohe Beweglichkeit und Kondition für den Geländelauf. Dazu kommt die Feinfühligkeit, um die aufsteigenden Luftblasen zu erkennen. Und schließlich sind Sprintqualitäten gefragt, um das Modell auf Überfahrt zu beschleunigen, damit es nach dem Lösen von der Startleine noch weitere Höhe gewinnen kann. Der Freiflug des Modells beginnt in dem Moment, in dem sich die Hochstartleine vom Modell löst. Zeitnehmer (Sportzeugen) stoppen die Flugzeit des Modells. Gefordert wird in der Regel eine Flugzeit bis 180 Sekunden pro Durchgang. Landet das Modell nicht vorher, löst ein Zeitschalter im Modell die Thermikbremse aus - das Höhenleitwerk klappt um ca. 45° hoch - und das Modell trudelt zu Boden; so wird ein Entfliegen des Modells verhindert. Vor allem bei stärkerem Wind kann das Modell in dieser Zeit eine große Strecke zurücklegen, und so ist das Auffinden und Zurückholen ein wesentlicher und sportlicher Aspekt des Freiflugs.

Nach den Durchgängen werden die erreichten Flugzeiten zusammengezählt. Bei Gleichstand erfolgt ein Stechen mit verlängerten Flugzeiten, bei dem die Piloten im direkten Vergleich gegeneinander antreten. Gewonnen hat der Pilot, dessen Modell insgesamt die höchste Flugzeit erreicht hat.

Technik

Kreisschlepphaken

Die Technik in F1A hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt. So wurden bis in die 70iger Jahre das Modell einfach hochgezogen und anschließend von der Schnur gelassen. Später kam dann der sogenannte Kreisschlepphaken, mit dem es nun möglich war, das Modell hochzuziehen, es anschließend kreisen zu lassen,um es erst im besten Moment zu starten. Im Zuge dieser Entwicklung wurden auch die Zeitschalter und Haken immer komplizierter, was immer wieder polarisierte. Die letzte Änderung war die Einführung von Elektronik in den Freiflug, was zur Diskussion, was überhaupt Freiflug ist, führte. Aber nicht nur die Technik sondern auch die verwendeten Materialien wurden immer spezieller. So sind nun, wo früher Balsa und Sperrholz waren, jetzt meistens Carbonmaterialien. Logischweise vollzog sich so ein Wandel, der zum einen die Modelle faszinierender und leistungsfähiger machte, zum anderen aber auch dazu führen kann, dass ein Anfänger von dem Subjekt abgeschreckt wird.

Prinzip mechanisch

mechanischer Rumpfkopf mit 3-Funktionentimer
Bunt-Mechanik am Höhenleitwerk
Die Gegenzugfeder zieht den Kreisschlepphaken beim lockern der Hochstartleine zuverlässig nach hinten
Das Seitenruder ist mit dem beweglichen Kreisschlepphaken verbunden

Über den Timer werden folgende Funktionen gesteuert:

  • wing-wiggler

Beim wing-wiggler handelt es sich um eine Flügelverstellung. Meist wird die Endleiste des kurveninneren Flügels in der Kreisschlepp-Phase abgesenkt. Dies soll helfen, daß das Modell während des Kreisschlepps enger gekurvt werden kann.


  • Bunt-Hebel

Um große Starthöhen zu erreichen wird das Modell aus der Kurve heraus durch beherztes Laufen extrem beschleunigt und aus dem Seil freigegeben. Die überschüssige Geschwindigkeit wird von dem Modell in Höhe umgesetzt. Am oberen Gipfelpunkt soll das Modell durch Drücken des Höhenleitwerkes in die Horizontalfluglage gebracht werden.


  • Bunt-Leine

Das Drücken muß nach Erreichen der Horizontalfluglage aufgehoben werden. Das Höhenleitwerk steht jetzt in Gleitflugposition bis zum Ende des Fluges. Das Modell ist hierbei auf geringstes Sinken eingestellt.


  • Thermikbremse

Nach einer voreingestellten Zeit (im Wettbewerbsfall üblicherweise 180s oder manchmal auch länger) wird die Thermikbremse ausgelöst. Das Höhenleitwerk klappt ca. 40° hoch und das Modell gerät in ein stabiles Trudeln, welches ein Entfliegen verhindert. Befindet sich das Modell in einem starken Bart, kann es aber schon einmal vorkommen, daß das Modell kaum oder gar nicht sinkt. Es ist daher äußerst sinnvoll, das Modell mit einem kleinen Sender auszustatten, welches das Auffinden wesentlich erleichtert, wenn kein Sichtkontakt mehr vorhanden ist.


Der wing-wiggler und der Bunt-Hebel werden gleichzeitg gesteuert, sodaß für den oben beschriebenen Steuerablauf ein 3-Funktionentimer ausreicht. Manche steuern den wing-wiggler aber auch über den Kreisschlepphaken. Dann ist im geraden Schlepp in der Regel kein Gegenseitenruder mehr erforderlich, da beim Anziehen der Leine die Absenkung des kurveninneren Flügels aufgehoben wird. Gibt man wieder Leine, so wird die Fläche durch das Zurückschwingen der Hakens wieder abgesenkt.


Über den Kreisschlepphaken werden folgende Funktionen gesteuert:

  • Kreisschleppkurve

Durch das Zurückschwingen des Kreisschlepphakens wird eine relativ enge Kurve am geschlossenen Haken eingeleitet. Dies ermöglicht dem F1A-Piloten, mit seinem Modell über das Gelände zu wandern und Thermik zu suchen.


  • Gegenkurve

Die Gegenkurve wird durch das Anziehen des Schleppseiles beim Hochstart eingeleitet. Diese soll so eingestellt sein, daß das Modell trotz abgesenkter Innenkurvenfläche durch den wing-wiggler dennoch gerade hochsteigt.


  • Gleitflugkurve

nach dem Ausklinken aus dem Seil wird über den Haken die Gleitflugeinstellung am Seitenleitwerk aktiviert. Dabei handelt es sich um eine relativ weite Kurve. Dabei soll das Modell - falls es nach dem Start nicht in einer Thermikblase kreist - weiträumig nach Thermik suchen. Da das Modell idealerweise mit "intelligenten" Flächenverzügen ausgestattet ist, kurvt das Modell beim Einfliegen in aufsteigende Luftmassen automatisch enger.


  • der Start des Timers

nach dem Ausklinken aus dem Seil läuft der Timer an und damit beginnt auch der Steuerungablauf wie oben beschrieben.

Gerade-Ausschlepp
Drückphase beim Bunt
Gleitflug-Stellung
Ausgelöste Thermikbremse

So faszinierend die mechanischen Steuerungen auch sind, letztlich haben sie doch ihre Grenzen. Man kann sich leicht vorstellen, daß das exakte zeitliche Abstimmen der teilweise dicht aufeinanderfolgenden Funktionen nicht ganz einfach ist. Änderungen im zeitlichen Ablauf sind nicht immer ganz einfach vorzunehmen. Ebenso Einstellungen für unterschiedliche Wetterlagen oder Wettbewerbsbedingungen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Wettbewerbspiloten gerne auf programmierbare, elektronische Steuerungen ausweichen. Nur in einem Punkt bleibt die mechanische Steuerung ungeschlagen: sie funktioniert völlig ohne Strom - selbst wenn man das Modell erst nach Monaten wieder aus der Kiste nimmt.

Prinzip elektronisch

Elektronischer Rumpfkopf

Der mechanische Zeitschalter wird durch einen elektronisch gesteuerten Timer (eTimer) ersetzt. Dieser besitzt einen Microchip mit mindestens 2 Anschlüsse für Servos, die jetzt an Stelle von Haken und Zeitschalter die Einstellung der Ruder übernimmt. Die Steuerung durch einen eTimer erfolgt nach vorprogrammierten zeitlichen Abläufen; so kann z.B. ein Seitenleitwerk nach dem Start des eTimers erst nach einer festgelegten Zeit in den Kurvenflug eingestellt und/oder gleichzeitig der Einstellwinkel des Höhenleitwerks verändert werden. Nach dem Start des Modells können nur die vorprogrammierten Parameter ablaufen, eine Veränderung (Fernsteuerung) des eTimers ist nicht erlaubt.

Pläne

Eine ständig erweiterbare Liste von F1A - Plänen ist hier zu finden.

Weiterführende Hinweise